Hebräischer Chor Berlin | Kurzportrait

Der Hebräische Chor besteht seit 2014 und singt zur Zeit mit rund 30 Sänger:innen unterschiedlichen Alters und verschiedener Herkunft. Es ist eine vielfältige Gruppe von Menschen, die klassische, aber auch zeitgenössische Stücke mit sowohl religiösem als auch säkularem Inhalt singen. Sie sind ein fortschrittlicher und moderner Chor und schätzen die Diversität der Mitglieder, die sowohl jüdisch als auch nicht-jüdisch, deutsch als auch nicht-deutsch sind. Die Leitung des Chores hat Dr. Yael Front.
Einen sehr persönlichen Bericht lesen wir von Karsten Bammel in der Jüdischen Allgemeinen, die das große Konzert Be’yachad vom 22. Februar 2026 vorgestellt hat.
Sänger Karsten Bammel, Hebräischer Chor
Die Journalistin Ruth Kinet war 2014 gerade von Tel Aviv nach Berlin gezogen und vermisste das Leben in Israel. Dann begegnete sie dem Chordirigenten Ohad Stolarz, und gemeinsam beschlossen sie, einen Chor zu gründen, der weltliche und religiöse Musik aus Israel singen würde.
Aber wo war der richtige Ort dafür? Die Sophienkirche steht auf einem Grundstück, das die Jüdische Gemeinde der damals in der Spandauer Vorstadt neu entstehenden Kirchengemeinde im Jahr 1710 zur Verfügung stellte. Dafür verlangte sie als einzige Gegenleistung das Versprechen guter Nachbarschaft.
Die ehemalige Pfarrerin der Sophienkirche, Christina-Maria Bammel, bot 2014 im Geiste dieser guten Nachbarschaft dem Chor einen Raum an. Als Mann der Pfarrerin hatte ich die Aufgabe, Gruppen die Räume im Anbau der Sophienkirche aufzuschließen. Eines Abends stand ich an der Tür und spitzte die Ohren. Es waren so ungewöhnliche Melodien und Klänge, die ich da hörte, so seltsam und schön – und ganz und gar nicht Johann Sebastian Bach, den ich aus Kirchenchorzeiten kannte. Ich fragte, ob ich einmal mitsingen könne. Der Chor war eine bunte Truppe aus Berliner Israelis, jüdischen Berlinern aus den USA und diversen europäischen Ländern und »Bio-Berlinern«, die eine persönliche Bindung zur hebräischen Sprache und Kultur hatten.
Nach dem ersten Singen hatte ich sie auch. Anfangs sangen wir Stücke zu Texten aus dem Buch Kohelet und anderen biblischen Schriften; jetzt häufiger populäre zeitgenössische Stücke. Seit 2022 ist Yael Front Chorleiterin, sie hat ein glückliches Händchen für vielfältige, eingängige Konzertprogramme, bei denen immer ein oder zwei Stücke dabei sind, die unter die Haut gehen. Die schöne Musik Israels zu singen, ist für alle im Chor beglückend und bestärkend – besonders, wenn bei Auftritten in Berlin lebende Israelis glücklich mitsummen und andere eine ganz neue Klangwelt für sich entdecken. [Hier ist der ganze Artikel zum Herunterladen – mit freundlicher Genehmigung der Redaktion und Christine Schmitt, der Autorin des Artikels. Danke!]
Be’eretz Ahavti – ein Lied, das wir gemeinsam singen werden:
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Be’eretz Ahavti – „Im Land meiner Liebe“
Das Lied basiert auf einem Gedicht von Leah Goldberg (1911-1970), einer der einflussreichsten Stimmen der modernen hebräischen Literatur. Es beschreibt eine tiefe, fast mystische Verbundenheit mit der Natur. Dieses Stück schlägt eine Brücke zwischen der sakralen Tradition (Piyut) und der modernen kulturellen Identität. Es spiegelt die „Heiligkeit des Alltäglichen“ wider.
