Die Musik

Neben der Israelischen Chormusik besteht das Repertoire des Shalom Chores auch aus Werken für die gottesdienstliche Liturgie der Synagoge. Diese in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von jüdischen Kantoren komponierte Musik verschwand mit dem Nationalsozialismus fast vollständig aus Deutschland.

Seit Anfang der neunziger Jahre erklingt die Musik von Louis Lewandowski, Salomon Sulzer und Salomon Naumbourg und anderen jedoch wieder – in den Berliner Synagogen und in Konzerten des Shalom Chores Berlin. Sie wurde im März 2020 in das bundesweite Verzeichnis „Immaterielles Kulturerbe“ aufgenommen.

Tov lehodot (Ausschnitt)

Das Lied ist fester Bestandteil der jüdischen Liturgie am Shabbat Morgen. Es verkörpert die jüdische Grundhaltung der Dankbarkeit (Hakarat HaTov). In Israel ist es zudem ein Symbol für die Verbindung zwischen religiöser Tradition und dem gemeinschaftlichen Singen in Kibbuzzim oder Jugendbewegungen.

Der Text stammt aus Psalm 92, dem „Lied für den Shabbat-Tag“. Es gibt zahlreiche Vertonungen, wobei die im Chorbereich beliebteste Fassung oft auf chassidische Melodien oder Kompositionen des 19. Jahrhundert (wie die von Salomon Sulzer) zurückgeht.

Song of Galilee (El Hama’ayan | Zu der Quelle)

Dieses Lied besingt die karge, aber geliebte Landschaft Galiläas. Es steht für die Ära des Aufbaus und die tiefe Verbundenheit der frühen Siedler mit dem Boden. In der Diaspora wurde es oft als Ausdruck der zionistischen Sehnsucht gesungen und gehört zum Standard-Kulturgut für Chöre, die die „Pionier-Romantik“ Israels pflegen.

Es ist ein klassisches Pionierlied (Shirei Eretz Yisrael), das besonders in den 1940er und 50er Jahren poulär wurde.

Sheleg al iri (Schnee auf meiner Stadt)

Ein poetisches Meisterwerk, das die Sehnsucht nach den Früchten des Landes Israels (Mandeln, Datteln) thematisiert, während über der Stadt (oft als das ferne, kalte Exil interpretiert) Schnee fällt. Es ist eng mit dem Feiertag Tu BiSchwat, dem Neujahrsfest der Bäume, verknüpft. Es symbolisiert die Brücke zwischen der Diaspora-Erfahrung und der Sehnsucht nach der Heimat.

Geschrieben von der legendären Naomi Shemer – bekannt auch durch ‚Jerusalem aus Gold.

Wajehi binssoa (Und als die Lade aufbrach)

Dieses Werk ist ein rein liturgischer Moment von höchster Feierlichkeit. Es erinnert an die Wanderung des Volkes Israel durch die Wüste, bei der die Bundeslade voranzog. Es steht im muiskalischen Kulturgut für Schutz, Aufbruch und die zentrale Bedeutung der Tora als ‚geistiges Zentrum‘, das das Volk überall hin begleitet.

Der Text stammt aus dem Buch Numeri (4. Buch Mose), 10,35. Er wird traditionell gesungen, wenn die Tora-Rolle in der Synagoge aus dem Schrein (Aron HaKodesh) genommen wird.

Assaf Levitin und Ensemble - Trialogische Zwischentöne

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Assaf Levitin: Trialogische Zwischentöne

Rückblick

„Die Stimmung in der vollen Kirche und diese verschiedenen Musikrichtungen waren einfach irre!“ Mehr als 650 Menschen waren am 16. Februar 2020 in die Apostel-Paulus-Kirche in Schöneberg gekommen, um die „Trialogischen Zwischentöne“ von Assaf Levitin und seinem Ensemble zu genießen.

Der Abend machte deutlich: Jüdische Musik war stets im Austausch mit den musikalischen Traditionen ihrer – zumeist mehrheitlich christlichen oder muslimischen – Umgebung. Die Musikerinnen und Musiker ließen diesen historisch gewachsenen Dialog zwischen jüdisch, christlich und muslimisch geprägter Musik erklingen, die Zuhörerinnen und Zuhörer waren begeistert.

Auf der Seite der evangelischen Akademie zu Berlin wird diese Veranstaltung als Teil der interreligiösen Reihe „Grenzgänge“, die gemeinsam von der Evangelischen Akademie zu Berlin, der Alhambra-Gesellschaft, dem Berliner Missionswerk, dem Kirchenkreis Tempelhof-Schöneberg und der der Apostel-Paulus-Gemeinde organisiert wird, erläutert. Diese Reihe verbindet die inhaltliche Auseinandersetzung mit interreligiösen Fragen mit der Suche nach künstlerischen Zugängen zur Begegnung von Menschen unterschiedlicher religiöser und weltanschaulicher Prägung. Mehr auch zu Assaf Levitin auf der folgenden Seite des EAB.

Seh Hascha’ar La'Adonai | Das ist das Tor zum Herrn | זה השער לאדוני

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Chassidische Nigun | ניגון חסידי

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Wajhi Binssoa Haaron | Und als die Heilige Lade fuhr | ויהי בנסוע הארון

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Halicha LeKessarija (Eli, Eli) | Mein Gott, mein Gott | הליכה לקיסריה

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Avinu Malkenu | Unser Vater, unser König | אבינו מלכנו

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